AUDIO EXACT
start
home
soon

recording
production
philosopy
- sonic restoration
      • overview
      • denoising
      • clicks&crackles
      • enhancement

send an e-mail

SERVICE
links

---> Verband Deutscher Tonmeister

Klangrestaurierung

Um historische Tondokumente auf den Stand der heutigen Digitaltechnik zu bringen, bedarf es nicht nur eines speziellen Bearbeitungsprogramms mit adaptiven Filterfunktionen, sondern auch weitreichender Kenntnisse in die historische Schallaufzeichnung.

Jedes bei uns angelieferte Tondokument wird zunächst in einen optimalen Zustand versetzt: Schallplatten werden gereinigt, Tonbänder auf schadhafte Stellen und gealterte Klebestellen (Schnitte) untersucht, Kassetten ggf. umgespult und in ein neues Gehäuse gezogen.

Erst wenn der angelieferte Tonträger optimal vorbereitet ist, wird auf dafür optimierten (teilweise historischen!) Geräten die Überspielung vorgenommen.

[nach oben]

Natürlich gibt es dann auf dem Computermarkt "All-In-Wonder Refreshment Tools", die versprechen, aus jeder verrauschten und verknisterten Aufnahme bestklingende Klangdateien zu machen. Damit Ihnen Enttäuschungen erspart bleiben, hier einige Hinweise, warum es so nicht funktionieren kann. 

1. Rauschen
Nicht jedes Rauschen ist gleich. Je nach verwendeter Aufnahmetechnik handelt es sich um ein Gemisch unterschiedlichster Rauschanteile aus Transistorrauschen und Bandrauschen, dass durch die verwendete Aufnahmetechnik zusätzlich im Frequenzgang "verbogen" ist. Bei Schallplattenwiedergabe kommen noch das Gleitrauschen der Nadel in der Rille und Brumm- sowie Rumpelanteile von Motor und Plattentellerlager hinzu, alles ebenfalls durch die Nadelentzerrung im Frequenzgang verzerrt.

Um ein adaptives Filter unter Zuhilfenahme der Fast Fourier Transformation (FFT) optimal einsetzen zu können, ist es deshalb notwendig, bei jedem zu entrauschenden Titel einen eigenen, individuellen "Fingerabdruck" des Rauschteppichs zu erstellen. Das können nur professionelle Programme und ist mit Arbeit verbunden.

Das von uns verwendete Verfahren erstellt nicht nur diese Rauschanalyse, sondern kann zusätzlich auf die speziellen Eigenschaften des Nutzsignals eingestellt werden.

So können wir mit möglichst wenig Klangbeeinflussung möglichst viel Rumpeln und Rauschen von der Aufnahme entfernen.

[nach oben]

2. Knistern & Knacken
Diese Störgeräusche entstehen zum einen durch Verunreinigungen in der Plattenrille, zum anderen durch Beschädigungen in den Rillenflanken, die beim Abspielen der Schallplatte durch den "Schmirgeleffekt" der Verunreinigungen entstanden sind.

Obendrein sind die meisten Schallplatten aus hochisolierendem Kunststoff gefertigt, was die statische Aufladung der Plattenoberfläche durch Reibungselektrizität zur Folge hat. Da der Tonabnehmer sich jedoch auf Erdpotenzial befindet, entstehen beim Abspielen viele kleine Entladungen, die ein typisches Nadelknistern hervorrufen.

Neben der sicheren Erkennung all dieser Störungen - die wieder individuell für jeden Tonträger anders eingestellt werden muss - ist zu bedenken, dass Störungen dieser Art das originale Tonmaterial komplett ersetzen. Das bedeutet, an der Stelle des Knacksers gibt es keine Musik mehr!

Nun kann man natürlich das Programm veranlassen, einfach die erkannten Knackser rauszuschneiden oder stumm zu schalten. Beides führt aber ein den seltensten Fällen zu brauchbaren Ergebnissen.

Der von uns verwendete Decrackler und Declicker rekonstruiert an den Störstellen nach Möglichkeit die Musik mit unterschiedlichen Algorithmen.

Natürlich kann kein System auf der Welt Ihnen die originale Musik an den Störstellen wieder zurückbringen, auch wenn anderslautende Werbung Ihnen das verspricht. Es ist lediglich möglich, aus der Musik, die die Störstelle umgibt, auf das zu schließen, was sich unter dem Klick oder Plopp wahrscheinlich einmal befunden hat.

Die von uns verwendeten Programme können im Gegensatz zu manch anderen Systemen jedoch auch extrem laute oder steilflankige Störungen sicher erkennen. Die Rechengenauigkeit in der Erkennung liegt bei 32 Bit, die bei der Rekonstruktion intern benutzte Rechentiefe liegt bei 80 Bit!

[nach oben]

Trotz aller Rechenkünste und begleitenden Maßnahmen kann der resultierende "nackte" Klang aus psychoakustischen Gründen manchmal enttäuschend sein. Deshalb sind oft zusätzliche Maßnahmen zu treffen:

3. Enhancement
Durch das Entfernen der Störgeräusche wird nicht nur das Nutzsignal besser hörbar, sondern oft treten erst jetzt die Unzulänglichkeiten der historischen Aufnahmepraxis unangenehm zu Tage.

Deshalb kann es notwendig werden, beispielsweise den Frequenzgang durch behutsame Filterung zu begradigen. Zusätzlich haben alte Aufnahmen kaum Anteile hoher Frequenzen, obwohl dem Ohr diese Höhenanteile durch Rauschen vorgegaukelt werden. (Unser Gehirn entwickelt dabei durch Adaption eine blühende Fantasie!) Nimmt man dann das Rauschen weg, klingt die vorher "brilliante" Aufnahme plötzlich dumpf.

Durch Filterung und behutsames Hinzufügen künstlicher Obertöne sowie Subharmonischer Grundtöne kann das Frequenzband einer historische Aufnahme geglättet und erweitert werden.

Ein erfahrener Tonmeister bringt dabei neben der Beherrschung der Technik auch solide erlerntes "Handwerk" und geschulte Ohren mit in den Wiederherstellungsprozess ein.

Nur so kann Ihre historische Aufnahme wieder in neuem Glanz erklingen. So kann aus dem Möglichen das Beste herausholt werden, gerade auch bei kommerziell genutzten Aufnahmen.

Olaf G. Günther, Tonmeister (VDT)


Schicken Sie uns eine E-Mail, rufen Sie uns unter (+49) (0)5223 7903972 an oder faxen Sie an +49 5223 1806952. Nach einem unverbindlichen Vorgespräch erstellen wir Ihnen gern ein individuelles Angebot.

Wir freuen uns aber auch über konventionelle Post:

AUDIO EXACT
Steinstr. 11
D-32257 Bünde

  

letzte Aktualisierung: Dienstag, 24. Juli 2007